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Materialbestandskorrekturen

Mit Materialbestandskorrekturen berichtigen Sie einzelne Lagerbestände oder buchen Material gezielt von einem Lagerort auf einen anderen um. Jede Korrektur wird als eigener Vorgang mit Datum, Material, Lagerort, Menge und optionaler Bemerkung dokumentiert und fließt in die Materialbewegungen und damit in den berechneten Lagerbestand ein.

Materialbestandskorrekturen sind für konkrete, nachvollziehbare Bestandsänderungen gedacht. Eine Inventur verfolgt dagegen einen anderen Zweck: Sie ermittelt und dokumentiert den Bestand eines größeren Bestandsbereichs zu einem festgelegten Stichtag. Beide Funktionen ergänzen sich, sind aber nicht austauschbar.

Welchen Sinn haben Materialbestandskorrekturen?

Der in WAVE geführte Lagerbestand ergibt sich aus den gespeicherten Materialbewegungen. Im laufenden Lagerbetrieb können Situationen auftreten, in denen dieser rechnerische Bestand gezielt angepasst werden muss. Genau dafür stehen Materialbestandskorrekturen zur Verfügung.

Eine Korrektur ersetzt den vorhandenen Bestand nicht einfach durch einen neuen Wert. Stattdessen wird eine Korrekturmenge als zusätzliche Bestandsbewegung berücksichtigt. Dadurch bleibt nachvollziehbar, wann und in welcher Höhe der Bestand verändert wurde.

Bestand berichtigen
Eine positive oder negative Korrekturmenge verändert den Bestand eines bestimmten Materials an einem Lagerort.
Material umbuchen
Material kann zwischen zwei Lagerorten verschoben werden. WAVE erzeugt daraus die zueinander passenden Bestandsänderungen an Quell- und Ziellagerort.
Änderung dokumentieren
Datum, Material, Lagerort, Korrekturmenge und Bemerkung machen die Bestandsänderung als eigenen Vorgang nachvollziehbar.

Wann verwenden Sie eine Materialbestandskorrektur?

Eine Materialbestandskorrektur ist sinnvoll, wenn eine konkrete Abweichung oder Bestandsänderung für ein bestimmtes Material bekannt ist und diese außerhalb der üblichen Lagerbewegungen nachvollziehbar im Bestand berücksichtigt werden soll. Dazu gehören beispielsweise festgestellte Fehlmengen oder Mehrbestände sowie die Verlagerung eines vorhandenen Bestands auf einen anderen Lagerort.

Faustregel: Kennen Sie das betroffene Material, den Lagerort und die konkrete Bestandsänderung, ist die Materialbestandskorrektur das geeignete Werkzeug. Soll dagegen ein größerer Lagerbestand zu einem Stichtag systematisch aufgenommen und mit dem Sollbestand verglichen werden, verwenden Sie eine Inventur.

Bestandskorrektur und Umbuchung

Beim Anlegen eines neuen Vorgangs unterscheidet WAVE zwischen Bestandskorrektur und Umbuchung. Beide verändern den Materialbestand, verfolgen jedoch unterschiedliche Zwecke.

VorgangWirkung
Bestandskorrektur Die eingegebene Korrekturmenge wird für das ausgewählte Material am ausgewählten Lagerort berücksichtigt. Eine positive Menge erhöht den Bestand, eine negative Menge vermindert ihn.
Umbuchung Die eingegebene Menge wird auf den zweiten Lagerort gebucht und am ursprünglichen Lagerort mit umgekehrtem Vorzeichen berücksichtigt. Der Gesamtbestand wird dadurch nicht als Zugang oder Abgang verändert; die Menge wird zwischen Lagerorten verschoben.

So verarbeitet WAVE eine Umbuchung

Bei einer Umbuchung geben Sie neben dem bisherigen Lagerort einen zweiten Lagerort an. Beim Speichern entstehen daraus zwei Korrekturvorgänge: Für den Ziellagerort wird die eingegebene Menge übernommen. Für den Ausgangslagerort wird dieselbe Menge mit umgekehrtem Vorzeichen gespeichert. Anschließend werden die Materialbewegungen für beide Vorgänge neu berechnet.

Beispiel: Werden 8 Stück von Lagerort A nach Lagerort B umgebucht, führt WAVE am Ziellagerort B eine Korrektur von +8 und am Ausgangslagerort A eine Korrektur von −8. Die Menge des Materials verteilt sich anschließend anders auf die Lagerorte, ohne dass durch die Umbuchung selbst ein zusätzlicher Gesamtbestand entsteht.

Positive und negative Korrekturmengen

Die Korrekturmenge darf sowohl positiv als auch negativ sein. Eine positive Menge erhöht den Bestand des Materials am betreffenden Lagerort; eine negative Menge vermindert ihn. Auch die Übersicht macht diese Richtung sichtbar: Negative Korrekturmengen werden farblich anders dargestellt als positive beziehungsweise nicht negative Mengen.

Felder einer Materialbestandskorrektur

FeldBedeutung
Datum Zeitpunkt der Korrektur. Bei neuen Vorgängen wird das aktuelle Datum vorgeschlagen. Nach dem Anlegen ist das Datum nicht mehr änderbar.
Lagerort Lagerort, dessen Bestand verändert wird. Zunächst wird der konfigurierte Standardlagerort vorgeschlagen; ein am gewählten Material hinterlegter Lagerort kann diesen bei der Materialauswahl ersetzen. Nach dem Anlegen nicht mehr änderbar.
Ziellagerort Wird bei einer neuen Umbuchung verwendet und bestimmt den Lagerort, auf den die Menge übertragen wird.
Materialgruppe Grenzt die Materialauswahl ein. Bei der Materialauswahl wird dessen Materialgruppe übernommen.
Material Zu korrigierendes beziehungsweise umzubuchendes Material. Die Angabe ist erforderlich und nach dem Anlegen nicht mehr änderbar.
Korrekturmenge Erforderliche Bestandsänderung in der Einheit des Materials. Positive und negative Werte sind zulässig. Nach dem Anlegen nicht mehr änderbar.
Bemerkung Optionaler Hinweis zur Begründung oder Dokumentation, maximal 250 Zeichen. Er bleibt bei einem vorhandenen, nicht schreibgeschützten Vorgang bearbeitbar.
Empfehlung: Nutzen Sie die Bemerkung, um den Anlass der Korrektur nachvollziehbar festzuhalten. Da die bestandswirksamen Angaben nach dem Anlegen nicht mehr über die Oberfläche geändert werden können, ist eine aussagekräftige Begründung besonders hilfreich.

Auswirkung auf den Lagerbestand

Beim Anlegen einer Materialbestandskorrektur veranlasst WAVE unmittelbar die Neuberechnung der zugehörigen Materialbewegung. Die Korrektur wird dadurch Bestandteil der Bewegungsdaten, aus denen der Materialbestand ermittelt wird. Auch beim zulässigen Bearbeiten oder Löschen wird die Materialbewegung neu berechnet. Beim Löschen wird die Korrektur als gelöscht gekennzeichnet und ihre Bestandswirkung entsprechend neu ermittelt.

Materialbestandskorrektur oder Inventur?

Die Materialbestandskorrektur ist ein einzelner Bestandsvorgang. Die Inventur ist dagegen eine stichtagsbezogene Bestandsaufnahme, die in WAVE nach Lagerorten und Materialgruppen strukturiert wird.

MerkmalMaterialbestandskorrekturInventur
Zweck Gezielte Änderung eines bekannten Materialbestands oder Umbuchung. Systematische Bestandsaufnahme zu einem festgelegten Stichtag.
Umfang Ein Material an einem Lagerort beziehungsweise zwei Lagerorten. Bestandsbereiche, gegliedert über Lagerorte und Materialgruppen.
Ausgangsbasis Konkrete Korrekturmenge als zusätzliche Bestandsbewegung. Inventurpositionen für lagergeführte, nicht gesperrte Materialien mit ermittelter Sollmenge.
Zeitbezug Datum des einzelnen Korrekturvorgangs. Inventurstichtag und zugehöriges Geschäftsjahr.
Abschlusswirkung Wirkt nach dem Speichern auf die Materialbewegungen. Löst unter anderem die Neuberechnung von Buch- und Lagerwert sowie den Schreibschutz älterer Korrekturen aus.

Warum ersetzt eine Korrektur keine Inventur?

Mit einer Materialbestandskorrektur teilen Sie WAVE lediglich mit, dass sich der Bestand eines bestimmten Materials um eine konkrete Menge ändern soll. Eine vollständige stichtagsbezogene Aufnahme eines Lagerbereichs entsteht dadurch nicht. Bei einer Inventur erzeugt WAVE dagegen für die vorgesehenen Lagerorte und Materialgruppen Inventurpositionen und ermittelt für die betreffenden lagergeführten, nicht gesperrten Materialien die Sollmengen.

Warum ersetzt eine Inventur nicht jede laufende Korrektur?

Wenn eine konkrete Abweichung im laufenden Betrieb festgestellt wurde oder Material zwischen Lagerorten verschoben werden soll, kann die Änderung unmittelbar als Materialbestandskorrektur beziehungsweise Umbuchung dokumentiert werden. Der rechnerische Lagerbestand wird dadurch ohne zusätzliche Inventur angepasst.

Inventuren begrenzen nachträgliche Korrekturen

Zwischen beiden Funktionen besteht eine wichtige zeitliche Abhängigkeit. WAVE lässt keine Materialbestandskorrektur zu, deren Datum vor der letzten abgeschlossenen Inventur liegt. Dadurch kann der bereits durch eine Inventur festgelegte historische Bestandsverlauf nicht nachträglich durch eine ältere Korrektur verändert werden.

Beim Abschluss einer Inventur werden außerdem alle noch nicht schreibgeschützten, nicht gelöschten Materialbestandskorrekturen mit einem Datum bis einschließlich des Inventurstichtags schreibgeschützt. Der abgeschlossene Zeitraum wird damit gegen spätere Änderungen abgesichert.

Folge für die Praxis: Prüfen Sie Korrekturen, die den Zeitraum vor oder bis zu einem Inventurstichtag betreffen, bevor Sie die Inventur abschließen. Nach dem Abschluss gehört dieser Zeitraum zum festgeschriebenen Bestandsverlauf.

Materialbestandskorrektur anlegen

1. Vorgangsart wählen: „Neue Bestandskorrektur“ für eine Erhöhung oder Verminderung des Bestands, „Neue Umbuchung“ für eine Verschiebung zwischen Lagerorten.
2. Datum und Lagerort prüfen: Für neue Vorgänge werden das aktuelle Datum und zunächst der konfigurierte Standardlagerort vorgeschlagen.
3. Material auswählen: Die Materialgruppe kann die Auswahl eingrenzen. Bei der Materialauswahl übernimmt WAVE gegebenenfalls dessen Lagerort und zeigt die Materialeinheit an.
4. Menge erfassen: Positive Werte erhöhen, negative Werte vermindern den Bestand. Bei einer Umbuchung werden zusätzlich der Ziellagerort und die umzubuchende Menge angegeben.
5. Anlass dokumentieren und speichern: Ergänzen Sie bei Bedarf eine Bemerkung. WAVE berechnet anschließend die betroffenen Materialbewegungen neu.

Bearbeiten und Löschen

Die bestandsbestimmenden Angaben eines vorhandenen Vorgangs – Datum, Lagerort, Material und Korrekturmenge – sind in der Oberfläche nicht mehr änderbar. Die Bemerkung bleibt grundsätzlich bearbeitbar, solange der Datensatz nicht schreibgeschützt ist. Beim Bearbeiten prüft WAVE zusätzlich auf konkurrierende Änderungen.

Beim Löschen wird die Korrektur als gelöscht gekennzeichnet. Anschließend wird die zugehörige Materialbewegung neu berechnet. Schreibgeschützte Datensätze können über die normale Oberfläche nicht gelöscht werden.

Suchen, Filtern und Auswerten

Die Übersicht zeigt Datum, Lagerort, Korrekturmenge, Einheit, Materialnummer, Materialbezeichnung, Mandant und Bemerkung. Die Materialnummer wird aus Materialgruppe und Materialnummer zusammengesetzt.

Über den Filter können Sie die Anzeige auf einen Mandanten, einen Lagerort und einen Zeitraum von/bis einschränken. Ohne gespeicherten individuellen Filter beginnt der Zeitraum standardmäßig am 1. Januar des aktuellen Jahres. Die allgemeine Suche durchsucht die Materialbezeichnung nach Teilbegriffen.

Bei der Mandantenauswahl berücksichtigt WAVE gegebenenfalls den lagerführenden Mandanten. Ist der ausgewählte Verband nicht selbst lagerführend und ist ihm ein anderer Verband für die Materialverwaltung zugeordnet, werden dessen Korrekturen herangezogen. Zugriffsbegrenzungen auf den eigenen Mandanten werden ebenfalls berücksichtigt.

Die Liste kann als CSV-Datei exportiert oder gedruckt werden.

Empfohlene Vorgehensweise

Korrekturursache klären: Prüfen Sie, ob eine echte Bestandsabweichung vorliegt oder Material nur zwischen Lagerorten verschoben wurde.
Passenden Vorgang wählen: Bestandskorrektur für Zu- oder Abgänge, Umbuchung für reine Lagerortwechsel.
Vorzeichen kontrollieren: Ein falsches Vorzeichen verändert den Bestand in die entgegengesetzte Richtung.
Bemerkung nutzen: Dokumentieren Sie den Grund so, dass die Änderung später verständlich bleibt.
Inventurstichtage beachten: Prüfen Sie alle erforderlichen Korrekturen bis zum Stichtag vor dem Inventurabschluss.

Zusammenfassung

Materialbestandskorrekturen dienen in WAVE dazu, einzelne Materialbestände gezielt zu erhöhen oder zu vermindern und Material zwischen Lagerorten umzubuchen. Sie werden als eigene bestandswirksame Vorgänge gespeichert und führen zu einer Neuberechnung der Materialbewegungen.

Eine Inventur ist dagegen die strukturierte Bestandsaufnahme zu einem Stichtag. Sie bildet einen Abschluss- und Bezugspunkt für die Lagerbestandsführung. Deshalb schützt WAVE abgeschlossene Inventurzeiträume: Korrekturen dürfen nicht vor der letzten abgeschlossenen Inventur liegen, und beim Inventurabschluss werden Korrekturen bis zum Stichtag schreibgeschützt. Im laufenden Lagerbetrieb verwenden Sie somit Materialbestandskorrekturen für einzelne bekannte Änderungen; für die stichtagsbezogene Überprüfung des Lagerbestands verwenden Sie die Inventur.

 
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