Ein Zähler ist in WAVE nicht nur durch seine Zählernummer beschrieben. Zu ihm gehören technische Stammdaten, sein aktueller Status, seine zeitbezogene Zuordnung zu einem Einsatzort und die Folge seiner Ablesungen. Aus den Ablesungen ermittelt WAVE Verbrauchswerte und kann auffällige Entwicklungen erkennen. Zählerstände können manuell entstehen oder aus externen Quellen importiert werden.
Zähler als technische Stammdaten
Die Zählerverwaltung bildet den Lebenszyklus eines Zählers vom Zugang über Lager und Einbau bis zu späteren Bewegungen ab. Neben der eindeutigen Zählernummer können unter anderem Funknummer, Hersteller, Bauart, Größe, Baujahr, Stelligkeit und Anzahl der Dezimalstellen geführt werden. Für die Bestands- und Materialverwaltung kann ein Zähler zusätzlich einem Materialstammdatensatz zugeordnet sein.
Der Status beschreibt, wo sich ein Zähler aktuell befindet beziehungsweise wie er verwendet wird. Für Verbrauchsablesungen ist insbesondere wichtig, ob der Zähler als Netzzähler geführt wird. Importierte Ablesungen werden nicht ohne Weiteres einem Zähler zugeordnet, der nicht im Netz vorhanden ist.
Zählernummer und gegebenenfalls Funknummer dienen der technischen Zuordnung.
Bauart, Größe, Hersteller, Baujahr, Stelligkeit und Dezimalstellen beschreiben das Messgerät.
Die Historie verbindet den Zähler zeitbezogen mit seinem Einsatzort und macht frühere Einbausituationen nachvollziehbar.
Ablesungen und Verbrauchswerte
Eine Ablesung verbindet einen Zählerstand mit einem fachlichen Stichtag. Zusätzlich kann der tatsächliche Ablesetag gespeichert werden. Der Stichtag ordnet die Messung fachlich ein; der Ablesetag dokumentiert, wann der Stand tatsächlich aufgenommen beziehungsweise übermittelt wurde.
Zu einer Ablesung gehört außerdem eine Ableseart. WAVE unterscheidet dadurch reguläre Ablesungen von fachlich besonderen Vorgängen wie Einbau oder Zählerwechsel. Bei einem Einbau wird aus dem Einbaustand kein Verbrauch abgeleitet; die Verbrauchsermittlung beginnt mit der folgenden Messperiode.
Aus zeitlich aufeinanderfolgenden Ablesungen berechnet WAVE den Verbrauch und einen durchschnittlichen Tagesverbrauch. Die jeweils jüngste gültige Ablesung wird am Zähler als letzter Stand und letztes Ablesedatum fortgeschrieben.
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| Stichtag | Zeitpunkt, dem der Zählerstand fachlich zugeordnet wird. |
| Ablesetag | Datum der tatsächlichen Aufnahme oder Übermittlung. |
| Stand | Erfasster Messwert als Grundlage der Verbrauchsberechnung. |
| Verbrauch | Aus der Ablesefolge ermittelter Verbrauch. |
| Tagesverbrauch | Auf den Zeitraum zwischen zwei Ablesungen bezogener durchschnittlicher Verbrauch. |
Plausibilitätsprüfung
WAVE betrachtet einen Zählerstand im Zusammenhang mit der vorhergehenden Ablesung desselben Zählers. Dadurch können widersprüchliche Verläufe erkannt werden. Auch technische Besonderheiten wie ein möglicher Zählerüberlauf werden berücksichtigt. Abhängig vom Verarbeitungskontext kann ein nicht plausibler Stand entweder abgewiesen oder übernommen und als nicht plausibel beziehungsweise noch zu überprüfen gekennzeichnet werden.
Eine Ablesung kann nicht beliebig in die Historie eingefügt werden. WAVE berücksichtigt unter anderem das Zugangsdatum des Zählers und die zeitliche Reihenfolge der vorhandenen Ablesungen.
Pflichtablesungen
Pflichtablesungen bilden erwartete Zählerstände zu einem festgelegten Stichtag ab. Solange noch kein Stand vorliegt, bleibt die Ablesung offen. Geht ein passender Stand ein, kann die vorhandene offene Pflichtablesung mit dem Ergebnis ergänzt werden.
Wird bei einem importierten Stand kein Stichtag geliefert, versucht WAVE, ihn aus einer offenen Pflichtablesung des Zählers abzuleiten. Freiwillige Ablesungen können außerdem im Rahmen der Normalisierung einem passenden Pflichtablesungsstichtag zugeordnet werden. Alte offene Pflichtablesungen ohne Stand werden automatisiert in begrenzten Stapeln bereinigt, damit auch größere Altbestände schrittweise verarbeitet werden können.
Mehrere Ablesungen am selben Stichtag
Für einen Zähler soll an einem Stichtag grundsätzlich nur eine maßgebliche Ablesung bestehen. Existiert bereits eine offene Ablesung ohne Stand, wird sie mit dem neuen Ergebnis ergänzt. Existiert bereits ein nicht schreibgeschützter Stand, wird die ältere Erfassung automatisch storniert und der neue Stand gilt. Ein schreibgeschützter Stand wird dagegen geschützt und verhindert eine konkurrierende Neuerfassung.
Zählerimport
Der Zählerimport dient dem Aufbau von Zählerstammdaten aus einem externen Datenbestand. Er ist vom Import einzelner Ablesungen zu unterscheiden: Beim Zählerimport können neben dem Zähler auch benötigte Stammdaten, Hausanschlüsse, Kunden und die zugehörigen historischen Verknüpfungen entstehen.
Vor der Verarbeitung ermittelt WAVE die notwendigen organisatorischen und fachlichen Grundlagen, darunter Verband, Gebiet, Zähler-Materialgruppe, Einheit, Trinkwassersektor, Ableseart und die konfigurierte Debitorengruppe. Fehlt eine zwingende Grundlage wie Verband oder Gebiet, kann der Import nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden.
- Zähler identifizieren: Über die Zählernummer wird geprüft, ob bereits ein Datensatz vorhanden ist.
- Technische Stammdaten ergänzen: Bauart, Größe, Hersteller und Materialstamm werden ermittelt und – soweit vorgesehen – bei Bedarf angelegt.
- Zähler anlegen: Zählernummer, Funknummer, Baujahr, Eichfrist, Stelligkeit und Dezimalstellen werden übernommen beziehungsweise mit Standardwerten ergänzt.
- Einsatzumgebung aufbauen: Hausanschluss- und Kundendaten können erzeugt und historisch mit dem Zähler verknüpft werden.
- Datensatz abschließen: Erfolgreiche Importe werden als erledigt gekennzeichnet; fehlerhafte Datensätze werden markiert und protokolliert.
Die Verarbeitung erfolgt datensatzweise. Ein Fehler bei einem einzelnen Zähler nimmt bereits erfolgreich verarbeitete Datensätze nicht zurück. Bei fehlenden technischen Angaben können vorgesehene Standardwerte verwendet werden, beispielsweise eine Standard-Bauart oder -Größe, das aktuelle Jahr als Baujahr, fünf Stellen und keine Dezimalstellen. Ob ein neuer Zähler als Netz- oder Lagerzähler angelegt wird, hängt unter anderem davon ab, ob ein Einsatzort aus den Importdaten hervorgeht.
Import von Zählerablesungen
Beim Ablesungsimport werden eingegangene externe Ablesedaten zunächst in einem Zwischenbestand geführt. Erst die fachliche Verarbeitung ordnet den Eingang einem Zähler zu, prüft Kunden- und Zeitbezüge, bestimmt die Ableseart und erzeugt beziehungsweise ergänzt die reguläre WAVE-Ablesung. Die Verarbeitung erfolgt stapelweise, sodass auch größere Datenmengen kontrolliert abgearbeitet werden können.
Zuordnung zum Zähler und Kunden
Fehlt die interne Zählerzuordnung, sucht WAVE anhand der Zählernummer nach einem Zähler im Netz. Ist die Nummer eindeutig, kann die Zuordnung unmittelbar erfolgen. Existieren mehrere passende Zähler, wird – sofern eine Kundennummer mitgeliefert wurde – zusätzlich die zum betreffenden Zeitpunkt gültige Kundenbeziehung berücksichtigt. Entscheidend ist damit nicht nur, ob Zähler und Kunde existieren, sondern ob sie fachlich zum Stichtag zusammengehören.
Stichtag und Ablesetag
Ein gültiger importierter Stichtag wird verwendet. Fehlt er, wird nach einer offenen Pflichtablesung gesucht. Ist auch darüber kein Stichtag bestimmbar, steht ein jahresbezogener Standardstichtag zur Verfügung: in der ersten Jahreshälfte der 31. Dezember des Vorjahres, danach der 31. Dezember des laufenden Jahres. Liegt ein ermittelter Stichtag außerhalb des zulässigen Zukunftszeitraums, greift WAVE auf den Ablesetag beziehungsweise den aktuellen Tag zurück. Ein importierter Ablesetag wird nur übernommen, wenn er gültig ist und nicht in der Zukunft liegt.
Ableseart und Dokumente
Ein mitgelieferter Ableseartschlüssel wird einer vorhandenen Ableseart zugeordnet. Ist keine passende Zuordnung möglich, wird die interne Standard-Ableseart verwendet. Zu einer importierten Ablesung können außerdem Zählerfoto, gespeicherter E-Mail-Inhalt und Unterschriftsbild mit optionalem Namen gehören. Vorhandene Dateien werden der Ablesung als Dokumente zugeordnet.
Mögliche Fehler beim Ablesungsimport
Nicht jeder Eingang kann automatisch übernommen werden. Erkennt WAVE einen fachlichen Widerspruch, wird ein Importfehler angelegt. Der Eingang bleibt dadurch nachvollziehbar und kann gezielt geprüft werden.
| Fehlerart | Ursache und Vorgehen |
|---|---|
| Stand defekt | Ein als Text gelieferter Stand kann nicht in einen Zahlenwert umgewandelt werden. Eingang auf ungültige Zeichen und Zahlenformat prüfen. |
| Kein Netzzähler | Kein passender Zähler im Netz gefunden oder Zähler besitzt nicht den erforderlichen Status. Zählernummer, Status und Einbauhistorie prüfen. |
| Fehlende Kundenzuordnung | Der Zähler kann zum maßgeblichen Zeitpunkt nicht dem angegebenen Kunden zugeordnet werden. Kundennummer und historische Zuordnung kontrollieren. |
| Spätere Ablesung vorhanden | Der importierte Stichtag liegt vor einer bereits vorhandenen späteren Ablesung. Die Zusatzinformation kann deren Datum enthalten. |
| Kein Stand | Der Import enthält keinen verwertbaren Messwert. Prüfen, ob der Wert geliefert und korrekt interpretiert wurde. |
| Höherer Stand vorhanden | Der gespeicherte letzte Stand ist größer als der importierte Stand. Ablesefolge, Überlauf, Wechsel und Messwert prüfen; die Zusatzinformation kann den vorhandenen Stand enthalten. |
| Unbekannter Verarbeitungsfehler | Bei der Erzeugung oder Ergänzung der Ablesung ist ein nicht spezieller behandelter Fehler aufgetreten. Datensatz und Verarbeitungsprotokoll gemeinsam prüfen. |
Ein fachlicher Importfehler wird separat protokolliert. Der Eingang selbst wird als verarbeitet gekennzeichnet, damit derselbe Datensatz nicht bei jedem Lauf erneut ungeprüft verarbeitet wird. Die weitere Klärung erfolgt über die Importfehlerübersicht.
Numerische und technische Importprobleme
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Messwerte, die externe Systeme als Text oder mit einer abweichenden numerischen Darstellung liefern. WAVE versucht, einen textuellen Stand in einen Zahlenwert umzuwandeln. Ist dies nicht möglich, wird ein Fehler zum Stand erzeugt.
Auch formal lesbare Zahlen müssen technisch speicherbar und fachlich sinnvoll sein. Ungewöhnlich große Werte oder ungeeignete Dezimalwerte können bei der weiteren Verarbeitung von Stand, Verbrauch oder Tagesverbrauch zu numerischen Problemen führen. Bei Auffälligkeiten sollten deshalb zusätzlich Stelligkeit und Dezimalstellen des Zählers sowie der vorherige Stand geprüft werden.
Ein externer Stand kann Dezimalstellen enthalten, obwohl der betreffende Zähler ohne Dezimalstellen geführt wird. Ebenso kann ein Wert zwar als Zahl lesbar sein, nach der vorgesehenen Umwandlung oder Verbrauchsberechnung aber nicht zum technischen Wertebereich passen. Solche Fälle sollten nicht allein syntaktisch, sondern auch anhand der Zählerstammdaten geprüft werden.
Importfehler bearbeiten
Die Importfehler werden in einer eigenen Übersicht dargestellt. Sichtbar sind insbesondere Zähler, Kunde, Stand, Stichtag, Fehlergrund und zusätzliche Informationen. Die Liste kann nach Stichtag gefiltert werden; erledigte Fälle lassen sich wahlweise einblenden.
Aus einem Fehler kann direkt zum zugehörigen Zähler oder Kunden gewechselt werden, sofern der Datensatz gefunden wird. Nach der fachlichen Klärung lässt sich der Fehler als erledigt kennzeichnen. Die Historie bleibt erhalten, während der Eintrag aus der normalen offenen Arbeitsliste verschwindet. Die Übersicht kann außerdem als CSV exportiert oder gedruckt werden.
Empfohlenes Vorgehen bei einem Importfehler
- Fehlergrund und Zusatzinformation prüfen. Daraus ergibt sich meist bereits, ob Messwert, Zähler, Kunde oder Chronologie betroffen sind.
- Zähler öffnen. Zählernummer, Status, Zugang, Einbauhistorie, letzten Stand und vorhandene Ablesungen kontrollieren.
- Kundenbezug prüfen. Bei Zuordnungsproblemen ist die am Stichtag gültige historische Beziehung maßgeblich.
- Eingangsdaten oder Stammdaten korrigieren. Je nach Ursache kann eine fachliche Nachbearbeitung oder Korrektur der externen Quelle erforderlich sein.
- Fehler abschließen. Nach erfolgter Klärung den Eintrag als erledigt kennzeichnen.
Automatische Folgearbeiten
Eine neue Ablesung wirkt sich auf weitere Daten aus. Nach erfolgreicher Verarbeitung werden unter anderem Verbrauchswerte und Monatsverbräuche betroffener Zähler neu berechnet. Hinweise beziehungsweise Wiedervorlagen zu Zählerstandsinkonsistenzen werden neu bewertet. Gehört eine Ablesung zu einem Ableseauftrag, werden außerdem dessen statistische Informationen aktualisiert.
Aufbewahrung der Importdaten
Importierte Rohdaten und zugehörige Fehlerdatensätze werden nicht unbegrenzt als Arbeitsbestand vorgehalten. Ältere Ablesungsimporte können einschließlich ihrer Importfehler und zugehöriger Datei-Importinformationen automatisiert bereinigt werden. Offene Fehler sollten deshalb zeitnah fachlich geklärt und anschließend als erledigt gekennzeichnet werden.
Die Zählerverwaltung verbindet technische Stammdaten, Einsatzhistorie und zeitbezogene Messwerte. Ablesungen werden chronologisch eingeordnet, zur Verbrauchsberechnung verwendet und auf Plausibilität geprüft. Beim Zählerimport können Stammdaten und Zuordnungen aufgebaut werden; beim Ablesungsimport werden Messwerte anhand von Zählernummer, Kundenbezug, Stichtag und bestehender Ablesefolge geprüft. Nicht automatisch lösbare Fälle werden nachvollziehbar in der Importfehlerübersicht bereitgestellt und können dort gezielt bearbeitet und abgeschlossen werden.


