Datenbasis für wiederverwendbare Exporte festlegen
Exportvorlagen beschreiben, welche WAVE-Daten grundsätzlich für einen Export zur Verfügung stehen. Eine Vorlage legt die Ausgangsentität fest und erweitert diese Datenbasis bei Bedarf um verknüpfte Entitäten (Aliases), normale Spalten und Pivotspalten. Sie ist damit das fachliche Datenmodell eines Exports.
Die konkrete Ausgabe – beispielsweise welche dieser Spalten tatsächlich ausgegeben werden, in welcher Reihenfolge, mit welcher Überschrift oder welchem Format – wird anschließend in einer Exportkonfiguration festgelegt. Diese Einstellungen werden in einem gesonderten Hilfeartikel beschrieben.
Aufbau einer Exportvorlage
Eine Exportvorlage besteht aus einer Bezeichnung, einer Entität und einer Exportart. Zusätzlich können der Vorlage Aliases, Spalten und Pivotspalten zugeordnet werden. Diese Bestandteile erfüllen unterschiedliche Aufgaben und bauen logisch aufeinander auf.
| Bestandteil | Bedeutung |
|---|---|
| Entität | Ausgangspunkt der Datenabfrage. Sie bestimmt, welche Datensätze grundsätzlich exportiert werden können. |
| Aliases | Erweitern die Ausgangsentität um verknüpfte Datenbereiche und ermöglichen auch mehrstufige Beziehungen. |
| Spalten | Definieren konkrete Datenfelder der Ausgangsentität oder eines Alias. |
| Pivotspalten | Lesen einen einzelnen Wert aus einer verknüpften Menge von Datensätzen anhand eines festgelegten Filterwertes aus und stellen ihn wie eine normale Spalte bereit. |
Bezeichnung, Entität und Exportart
Die Bezeichnung identifiziert die Exportvorlage in WAVE. Sie ist ein Pflichtfeld, darf höchstens 100 Zeichen umfassen und muss eindeutig sein.
Mit der Entität wird festgelegt, welcher fachliche Datenbestand den Ausgangspunkt bildet. Alle unmittelbar dort vorhandenen Datenfelder können als Spalten aufgenommen werden. Daten aus verknüpften Bereichen werden über Aliases erschlossen.
Die Exportart bestimmt das grundsätzliche Exportverfahren. In WAVE existieren unter anderem CSV- und XML-basierte sowie spezielle Exportverfahren. Entität und Exportart werden beim Anlegen festgelegt und sind anschließend nicht mehr frei änderbar. Dadurch bleibt die strukturelle Grundlage einer bereits verwendeten Vorlage stabil.
Exportarten für KKA-Wartungen
In WAVE stehen für den Export von Wartungsdaten der Kleinkläranlagen (KKA) vier unterschiedliche Exportarten zur Verfügung. Je nach Verwendungszweck können die Daten als PDF-Dokument oder im standardisierten DiWa-Format exportiert werden.
| Exportart | Verwendung |
|---|---|
| PDF- Wartungsliste |
Bei dieser Exportart wird eine PDF-Datei erstellt, die eine Übersicht der gewarteten Anlagen enthält. |
| PDF-Wartungsbericht |
Bei dieser Exportart werden die Wartungsberichte der gewarteten Anlagen als PDF-Datei zusammengefasst. |
| DIWA |
Bei dieser Exportart werden die Wartungsdaten im standardisierten DiWa-Format als XML-Datei exportiert. |
| DIWA mit Wartungsbericht |
Diese Exportart entspricht grundsätzlich dem DIWA-Export. Zusätzlich werden die zugehörigen PDF-Wartungsberichte direkt in die XML-Datei eingebettet. |
Aliases – verknüpfte Daten erschließen
Häufig liegen nicht alle benötigten Informationen direkt in der gewählten Ausgangsentität. Damit Felder aus verknüpften Bereichen verwendet werden können, werden Aliases angelegt.
Ein Alias beschreibt eine Navigation von der aktuell verfügbaren Entität zu einer verknüpften Entität. Er besitzt einen Namen und die auszuwählende Entität bzw. Beziehung. Der Aliasname darf nur Buchstaben und Ziffern enthalten und maximal 100 Zeichen lang sein.
Mehrstufige Aliases
Aliases können aufeinander aufbauen. Damit lassen sich Daten erreichen, die nicht unmittelbar mit der Ausgangsentität verbunden sind. WAVE stellt zuerst die übergeordneten Beziehungen und anschließend die davon abhängigen Beziehungen her.
Die Beziehungen werden so angebunden, dass eine fehlende Zusatzinformation den Ausgangsdatensatz nicht automatisch aus der Ergebnismenge entfernt.
Ein Alias liefert selbst noch keinen Ausgabewert. Er macht lediglich einen weiteren Datenbereich erreichbar. Erst eine Spalte, die diesem Alias zugeordnet ist, legt fest, welches konkrete Feld daraus verwendet werden kann.
Spalten – verfügbare Datenfelder definieren
Unter Spalten legen Sie fest, welche einzelnen Datenfelder einer Exportvorlage zur Verfügung stehen. Jede Spalte besitzt eine Bezeichnung und verweist auf ein konkretes Datenfeld. Optional kann sie einem Alias zugeordnet sein.
| Angabe | Funktion |
|---|---|
| Bezeichnung | Fachlich verständlicher Name innerhalb der Vorlage; maximal 50 Zeichen. |
| Spalte | Das tatsächlich auszulesende Datenfeld. WAVE übernimmt auch dessen Datentyp. |
| Alias | Optionaler Bezug auf eine zuvor definierte verknüpfte Entität. Ohne Alias stammt das Feld direkt aus der Ausgangsentität. |
Der Datentyp ist für die spätere Verarbeitung relevant. WAVE kann dadurch beispielsweise Text, Wahrheitswerte, Datumswerte, Ganzzahlen und Dezimalzahlen typgerecht behandeln. Die Bezeichnungen der Spalten müssen innerhalb derselben Vorlage eindeutig sein.
Ohne Alias wird beispielsweise das Feld Auftragsnummer direkt aus der Ausgangsentität gelesen. Ist einer Spalte dagegen der Alias kunde zugeordnet, wird das Feld über diese Beziehung angesprochen – sinngemäß also kunde.Kundennummer.
Pivotspalten – Werte aus untergeordneten Datensätzen als Spalte darstellen
Pivotspalten werden verwendet, wenn zu einem Ausgangsdatensatz mehrere untergeordnete Datensätze existieren und aus dieser Menge gezielt ein bestimmter Wert als einzelne Exportspalte benötigt wird. Sie beschreiben deshalb nicht nur die Ergebnisspalte, sondern auch wo gesucht wird und welcher Datensatz relevant ist.
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Bezeichnung | Name der Pivotspalte; maximal 50 Zeichen und innerhalb der Vorlage eindeutig. |
| Set / Datenmenge | Sammlung untergeordneter Datensätze, in der WAVE sucht. |
| Spalte | Feld des gefundenen Datensatzes, dessen Inhalt ausgegeben werden soll. |
| Filterspalte | Feld, anhand dessen innerhalb der Datenmenge der passende Datensatz bestimmt wird. |
| Filterwert | Konkreter Wert, den die Filterspalte besitzen muss; maximal 100 Zeichen. |
So ermittelt WAVE den Wert einer Pivotspalte
Beim Export kennt WAVE den Schlüssel des aktuellen Ausgangsdatensatzes. In der für die Pivotspalte ausgewählten Datenmenge werden zunächst die Datensätze gesucht, die über den dort hinterlegten Fremdschlüssel zu genau diesem Ausgangsdatensatz gehören. Anschließend wird die Menge über Filterspalte = Filterwert weiter eingeschränkt. Aus dem gefundenen Datensatz liest WAVE die definierte Ergebnisspalte. Gibt es keinen Treffer oder ist der Ergebniswert leer, bleibt auch das Exportfeld leer.
Zu einem Vorgang existieren mehrere Merkmalsdatensätze:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Farbe | Blau |
| Material | PE |
| Nennweite | 100 |
Soll im Export eine feste Spalte Material erscheinen, wird die Merkmalsmenge als Set gewählt, Wert als Ergebnisspalte, Merkmal als Filterspalte und Material als Filterwert. WAVE sucht beim Export den Datensatz mit Merkmal = Material und liefert daraus PE.
Warum heißt das „Pivotspalte“?
Die untergeordneten Datensätze liegen ursprünglich untereinander vor. Durch mehrere Pivotspalten können ausgewählte Ausprägungen nebeneinander als feste Spalten dargestellt werden. Aus einer vertikalen Struktur wird so eine horizontale Exportstruktur.
Zusammenspiel der Elemente
| Fragestellung | Element |
|---|---|
| Welcher Datensatztyp soll grundsätzlich exportiert werden? | Entität |
| Benötige ich Daten aus einer verbundenen Entität? | Alias |
| Benötige ich ein konkretes Feld des Ausgangsdatensatzes oder einer Alias-Entität? | Spalte |
| Benötige ich aus mehreren untergeordneten Datensätzen die Ausprägung mit einem bestimmten Kennzeichen? | Pivotspalte |
Bearbeiten und Löschen
Beim Speichern prüft WAVE die Exportvorlage und ihre angebundenen Elemente auf erforderliche Angaben und Konsistenz. Bereits verwendete Bestandteile können nicht beliebig entfernt werden. Wird eine Spalte, Pivotspalte oder ein Alias bereits nachgelagert verwendet, verhindert WAVE das Löschen. Ebenso kann eine komplette Exportvorlage nicht gelöscht werden, solange sie von einer Exportkonfiguration verwendet wird.
Empfohlene Vorgehensweise
Die Exportvorlage beantwortet die Frage „Welche Daten kann dieser Export verwenden?“. Die Exportkonfiguration beantwortet anschließend die Frage „Wie sollen diese Daten konkret exportiert werden?“.